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Liebe und andere Katastrophen (Fortsetzung 1)

Ich wünsche mir nichts sehnlicher als einen Tag mit ihm allein. Ich würde mir soviel einfallen lassen, selbst wenn am Ende alles anders käme als ich es geplant habe.
Ich würde einen Tag mit ihm am Meer verbringen, mir die Poesie aus dem Leibe reden um ihm zu umsäuseln. Ihm den Sonnenuntergang auf meine Art zeigen und darauf hoffen, dass er erkennt was ich ihm bin. Oh Paul.
Oder besser noch. Einen verschneiten Tag in einer Holzhütte, in der man den ganzen Tag kuscheln muss damit man nicht friert.
Da würde er auch das bisschen Hüftgold was ich mir angefuttert habe nicht so wahrnehmen. Wie auch immer.
Mit ihm würde ich am offenen Kamin sitzen wollen und dann das Verlangen prickeln lassen, dann was ganz anderes zu tun als zu reden.
Wie romantisch, währe da nicht das Hüftgold, aber wer achtet schon darauf beim knutschen.
Oh Paul, mein Paul.

Eigentlich sollte ich ja schlauer sein und ihn links liegen lassen. Oder rechts. Nur so lange bis Gras über die Sache gewachsen ist. Falls Gras überhaupt über Gefühle wachsen kann. Oh man, was tue ich mir da nur an.
Ich sollte ihn einfach vergessen.
Aber wie soll ich das machen, wenn ich ihm jeden Tag über den Weg laufe. Ihn jeden verdammten Tag aufs neue lachen sehe und genau weiß, dass er für mich unerreichbar nah ist.
Ich sollte eine andere Schule besuchen. Oder besser noch, umziehen, in eine andere Stadt. Auf einen anderen Kontinent oder noch besser. Auf einen anderen Planet. Die Distanz wird mir schon beim Vergessen helfen.
Hoffe ich.
Ach Paul, du bereitest mir soviel Schmerzen und ich lasse es zu, ich blöde Kuh.
Warum?
Ich könnte doch soviel erreichen, wenn ich mich nicht von ihm herunter zeihen lassen würde.
Also, warum Emma, warum tust du dir das noch an. Warum lässt du das zu?

So Emma Schluss mit Selbstgesprächen. Da kommt dein Held.
Mein Herz schlägt immer schneller und schneller. Es zerreist mir fast die Brust. Supi und diese Schmetterlinge im Bauch. Ich schwebe.
Paul, ich liebe dich.
Schon blöd das ich das jetzt nicht endlich laut gesagt habe. Und ich schwebe weiter und weiter und...
Na toll ich bin hingefallen. Als hätte mir jemand mit der Faust ins Gesicht gehämmert.
Er ist, wie so oft, nicht allein. Tina erschient neben ihm im Türrahmen der Mensa und grinst wie ein Pferd so breit übers Gesicht.
Nie hatte ich gedacht das man mich so verletzen kann und doch haben die beiden es geschafft.
Es reicht ihnen noch nicht, mich verletzt zu haben.
Nein.
Jetzt tauchen sie auch noch überall auf.
Ja, ich habe euch gesehen und ja ich leide. Es tut weh. Vor allem schmerzt es mich sehr zu sehen, dass sie nur Freundschaft will und ich mit ansehen muss, wie er seine Liebe zu ihr wirft. Doch sie steht da und lässt sie grinsend fallen. Sie läst es fallen als hätte es keinen Wert.
Wie gerne würde ich diesen Schatz auffangen.
Aber mir wirft er den ja nicht zu.
Ich bin soweit davon entfernt an ihre Stelle zu rücken, wie der Bettler vom König sein. Anscheinend bin ich ihm nicht nah genug. Außerdem kennt er meine Gefühle ja nicht.

Man könnte bei mir schon von Verzweifelung sprechen. Ich kann so nicht mehr weitermachen.
Zumindest in Gedanken habe ich es ihm schon tausend Mal gesagt.
Paul, ich liebe dich!
Ich würde es ihm unter vier Augen sagen und er würde mir tief in die Augen sehen und mich in den Arm nehmen und küssen. Eben so wie in diesen Schnulzenfilmen.
Gut, in Gedanken würde das so aussehen. In Wirklichkeit würde ich mich bis zum Abschluss noch nicht getraut haben, ihm dass zu sagen.
Vielleicht ist das auch besser so. Ich glaube ich würde eine Ablehnung jetzt wirklich nicht verkraften. Im Moment ist es wohl besser zu wissen, dass er mich übersieht als damit leben zu müssen, dass er mich niemals mit anderen Augen als die eines Freundes ansehen wird.
Aber nichts desto trotz habe ich bei den schönen Gedanken auch das Kribbeln im Bauch und diese Leichtigkeit im Herzen.
Ganz ehrlich, das Denken hilft mir ja auch nicht weiter. Ich kann ja noch nicht mal mit jemandem darüber reden, weil ich so einen Schiss habe, dass es ihm jemand verrät. Wenn er das nicht versteht und dann alle anfangen über mich zu reden und mich auslachen. Gruselige Vorstellung.
Nun egal wie ich es drehe und wende ich komme zu dem Entschluss, es für mich zu behalten . Basta.

Hilfe! Was nun!
Er kommt auf mich zu. Direkt, zielgerichtet und angepeilt auf meinen Tisch.
Ach währe er doch jetzt alleine. Er würde sich zu mir setzet, mit mir sprechen und ich könnte wieder total unauffällig in seinen Augen verschwinden.
Aber nein, Tina ist ja da. Und sie kommt ihm hinterher gewatschelt. Was macht sie den jetzt? Sie biegt ab.
Sie biegt tatsächlich zu einem der Tische ab, die am Fenster stehen und begrüßt eine Gruppe Mädels aus der Parallelklasse.
Er kommt allein. Glück sei Dank.
Sollte ich jetzt was sagen. So was wie:
Hallo Paul, lange nicht gesehen.
Oder:
Na Paul, wie geht’s. Setzt dich doch!
Zu spät.
Er krallt sich den Stuhl neben mir, wirft seine Tasche auf den Tisch und lässt sich in den Stuhl fallen.
„Na Emma!“
Ich glaube ich sollte jetzt den Mund zu machen, sonst läuft da wirklich noch was raus. Ja, ich weiß. Ich schmachte schon wieder. Kann mir das jemand verübeln .
Nein.
„Haste Mathe schon gemacht?“
Ich nicke mit dem Kopf.
Ich glaube ich habe meine Sprache verschluckt. Scheiße.
„Cool, kannste mir die Lösungen geben?“
Ich nicke wieder. Aber jetzt kann ich auch wider sprechen.
„Klar Paul. Kein Problem!“
Und ich krame in meinem Rucksack nach den Mathesachen.
„Warst gestern wieder zu lange beim Fußballtraining?“
Ich lege ihm die Lösungen vor die Nase und muss nun daran denken, wie gerne ich das gestern gesehen hätte.
Hochverschwitzt, oben ohne und mit einem super Sechserpack am Bauch. Wow lecker.
„Ne Emma!“
Paul grabscht nach dem Zettel und steht auf.
„Aber meine Lösungen sind bestimmt nicht richtig. Darum wollte ich Tina deine geben. Du bist ja schließlich das Matheass!“
Er zwinkert mir noch zu und geht.
Ich sterbe.
29.12.13 22:58
 
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